Der Ackerschachtelhalm ist eine ungewöhnliche Pflanze. Sie ist zwar nicht selten, hat dafür aber sehr spannende Vorfahren. Denn der Ackerschachtelhalm gehört zur Familie der Schachtelhalmgewächse, die bereits seit ungefähr 400 Millionen Jahren auf der Erde vertreten sind. Damals wurden diese Pflanzen bis zu 30 Meter hoch und bildeten die ersten Wälder der Nordhalbkugel.

Wie der Name bereits sagt, finden wir die Pflanze vorrangig auf Äckern, aber auch auf Wiesen, Wegrändern und Brachflächen. Der botanische Name ist Equisetum arvense. Equisetum stammt vom lateinischen Wort “equus” (Pferd) und “setum” (Borste) und bedeutet soviel wie Pferdeschwanz. Dies bezieht sich auf das Erscheinungsbild der Pflanze. “Arvense” bedeutet Acker und deutet auf den Standort hin.

Durch den hohen Anteil an Kieselsäure wurde die Pflanze zum Putzen und Polieren von Zinn- und Kupfergeschirr verwendet. Der Ackerschachtelhalm wird daher auch als Zinnkraut bezeichnet. Abgesehen davon, eignet sich eine Jauche aus Ackerschachtelhalm im Garten um Blattläuse zu entfernen und Pilzkrankheiten anderer Pflanzen loszuwerden.

Aussehen

Der Ackerschachtelhalm zeigt sich in zwei verschiedenen Formen. Zuerst, meist im Vollfrühling, tritt der Frühjahrstrieb an die Oberfläche. Diese fertile Sprosse ist unverzweigt, hellbraun und hat an der Spitze einen dunkelbraunen Sporenstand. Die einzelnen Abschnitte sind mit dunkelbraunen, gezackten Blatthäutchen abgetrennt. Der Sporentrieb wird 5 bis 20 Zentimeter hoch und wirkt oft pilzartig.

Die Sommertriebe sind steril und werden zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch. Auf den ersten Blick erinnern sie an kleine Nadelbäume. Sie sind grün und haben einen geschachtelten Aufbau. Die einzelnen Abschnitte sind 2 bis 6 Zentimeter lang. An den Knotenpunkten stehen die Seitenzweige quirlig ab. Auch diese bestehen aus zusammengesetzten Abschnitten. Der unterste Teil des Seitenzweiges ist beim Ackerschachtelhalm länger als der gleiche Abschnitt des Hauptsprosses.

Die Pflanze fühlt sich eher rau und hart an. Der Ackerschachtelhalm hat keine Blüten, sondern vermehrt sich über die Sporen des Frühjahrstriebes, aber auch durch Ausläufer. Das unterirdische Rhizom kann bis zu 1,6 Meter in die Tiefe reichen und fühlt sich besonders in verhärteten Böden wohl.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) Frühjahrstrieb
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) Frühjahrstrieb

Volksheilkunde

Der Ackerschachtelhalm beinhaltet bis zu 10% mineralische Bestandteile, darunter vorrangig Kieselsäure, aber auch Aluminium- und Kaliumchlorid, Kalzium, Kalium und Magnesium. Dazu kommen Flavonoide, Gerbstoffe und Alkaloide in geringer Konzentration.

Durch den hohen Anteil der mineralischen Stoffe, wirkt der Ackerschachtelhalm mineralisierend, straffend, glättend, bindegewebsfestigend, antioxidativ und immunstimulierend. Man verwendet ihn zur Stärkung der Haare, Nägel und der Haut, insbesondere bei Bindegewebsproblemen.

Aufgrund der wassertreibenden Wirkung wird die Pflanze zur Durchspültherapie bei Nieren- und Blasenentzündungen angewendet. Auch bei Gelenksschmerzen, Durchblutungsstörungen, Entzündungen und Schwellungen wird er gerne eingesetzt. Dazu gilt er als Einschleuserpflanze für Natrium und Magnesium.

Bei Ödemen, eingeschränkter Herz- oder Nierenaktivität sowie chronischen Nierenleiden darf der Ackerschachtelhalm nicht bzw. nur nach Absprache mit dem Arzt angewendet werden. Außerdem ist bei der Anwendung auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Der Ackerschachtelhalm wird vorwiegend als Teezubereitung angewandt. Um die Kieselsäure freizusetzen, ist es ratsam die Pflanze etwa 20 Minuten lang zu kochen. Als Alternative eignet sich die Zubereitung einer Tinktur.

Für die äußere Anwendung bieten sich Bäder mit Ackerschachtelhalm an. Auch ein Haarshampoo oder eine Haarspülung aus dem Teeauszug wird gerne verwendet.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) Sommertrieb
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) Sommertrieb

Kulinarik

Aufgrund der enthaltenen Kieselsäure, eignet sich der Ackerschachtelhalm nur sehr begrenzt für die kulinarische Verwendung. Die getrocknete Pflanze kann gemahlen und als herb-bitteres Gewürz verwendet werden.

Besser geeignet sind die Frühjahrstriebe, die in der Pfanne gedünstet werden können. Der Geschmack ist leicht pilzartig mit bitterem Unterton.

Manchmal wird berichtet, dass auch die Rhizome als Gemüse verwendet werden kann. Im Gesamten hat diese Pflanze jedoch nur eine geringe kulinarische Bedeutung.

Räuchern

Das getrocknete Kraut verströmt beim Räuchern einen waldigen, erdigen Geruch. Ackerschachtelhalm wirkt beruhigend, stärkend, klärend, luststeigernd und potenzsteigernd. Er ist dem Element Erde zugeordnet und eignet sich daher auch für Erdungsräucherungen.

Kennt ihr diese interessante Pflanze bereits? Habt ihr den Ackerschachtelhalm schon verwendet?


2 Kommentare

Ulrike Guetz · 18. Mai 2022 um 22:43

Ich bin selbst Energetikerin und wünsche mir , dass wir Energetikerinnen eine richtig starke liebevolle Gruppe sind, die sich gegenseitig stützt und zusammenhält.
Ich habe den Schachtelhalm noch nie geerntet und würde gerne an einer Deiner Kräuterwanderungen teilnehmen.

GlG

Ulrike

    Carmen Kraft · 19. Mai 2022 um 7:46

    Hallo Ulrike, vielen lieben Dank für dein Kommentar. Das hast du schön formuliert.
    Ich würde mich sehr freuen, dich bei einer meiner Kräuterwanderungen begrüßen zu dürfen. Falls kein passender Termin für dich dabei ist, finden wir bestimmt einen individuellen Termin 🙂

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