Wir haben die Frühlings-Jahreszeiten bereits hinter uns, und nun steht der Frühsommer vor der Türe. Passend zum Beginn der vierten Jahreszeit des phänologischen Kalenders passt sich auch das Wetter an. Man kann den Wechsel der Jahreszeiten deutlich erspüren. Es herrschen nun sommerliche Temperaturen.

Oft beginnt der Frühsommer gegen Anfang Juni. Jedoch fallen der Eintrittszeitpunkt und die Dauer von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich aus. Der Höhepunkt dieser Jahreszeit ist die Sommersonnenwende am 21. Juni.

Viele Pflanzen befinden sich im Frühsommer in ihrer Hauptwachstumsphase und stehen in voller Blüte. Auch die Gräser blühen, was für Allergiker jedoch mit einer hohen Pollenbelastung einhergeht. Ebenso reifen im Frühsommer die Früchte einiger Frühblüher heran.

Zeigerpflanzen

Der Beginn des Frühsommers wird mit der Blüte des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) angezeigt. Die erste Blüte der Robinie (Robinia pseudoacacia) ist ebenfalls charakteristisch für diese Jahreszeit.

Die Wiesengräser blühen nun und bringen dezente, aber wunderschöne Farbvariationen auf die Wiesen. Andererseits wird die Blüte der Gräser in dieser Zeit zu einer großen Belastung für Allergiker. Typischerweise wird im Frühsommer auch die erste Mahd des Dauergrünlandes durchgeführt.

Auf den Feldern schießen die Spätkartoffeln (Solanum tuberosum) und beginnen zu blühen.

In unseren Gärten reifen nun die frühen Sorten der Süßkirsche (Prunus avium) heran. Auch die Weinreben (Vitis vinifera) beginnen zu blühen.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Weitere jahreszeittypische Entwicklungen

Im Frühsommer finden wir auf unseren Wiesen und in unseren Gärten eine wundervolle Vielfalt an blühenden Pflanzen. Die Blüten von Pfingstrosen (Paeonia spec.) und Schwertlilien (Iris spec.) bringen Farbe in unsere Gärten. Mohn (Papaver spec.) und Margeriten (Leucanthemum vulgare) sind ebenfalls blühende Bereicherungen.

Viele verholzten Pflanzen befinden sich ebenso in voller Blüte. Wir finden die duftenden Blüten des Weißdorns (Crataegus monogyna & laevigata) in unseren Hecken. Bäume wie die Edelkastanie (Castanea sativa), aber auch Tanne (Abies alba) und Fichte (Picea abies) tragen nun ihre Blüten. Besonders in den Mastjahren werden riesige Mengen an Fichtenpollen ausgeschüttet. Der gelbe Schleier ist notwendig für den Fortbestand der Pflanzen, aber hinterlässt einen erhöhten Reinigungsaufwand an unseren Fahrzeugen und Gartenmöbeln.

Auf den Feldern blühen Gerste (Hordeum vulgare), Hafer (Avena sativa), Roggen (Secale cereale) und Weizen (Triticum spec.). Auch die Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris) trägt nun ihre Blüten. Die Sonnenblumen (Helianthus annuus) sind eher später dran und beginnen erst mit der Knospenbildung.

Für Kräutersammler

Nun herrscht die Haupt-Sammelsaison für Kräuterliebhaber: Wir finden Heilkräuter, soweit das Auge reicht. Bei einem einzigen Spaziergang über die nun voll erblühte Wiese können wir ein ganzen Kräuterkörbchen füllen. Die bunte Vielfalt umfasst beispielsweise Schafgarbe (Achillea millefolium), Rotklee (Trifolium pratense) oder Wiesensalbei (Salvia pratensis). Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) blüht vergleichsweise unscheinbar vor sich hin, aber darf in keinem Kräutervorrat fehlen.

Auch Blüten von verholzten Pflanzen, wie Robinie, Weißdorn oder Holunder können im Frühsommer verarbeitet werden. Besonders die Holunderblüten lassen sich auf unglaublich viele Arten zubereiten. Auf die Blüte der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) dürfen wir ebenfalls nicht vergessen.

Sind ihr auch schon fleißig am Sammeln?


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