Der Hochsommer beginnt kurz nach der Sommersonnenwende und dauert ungefähr bis Ende Juli. Er ist die fünfte Jahreszeit des phänologischen Kalenders. Die Temperaturen erreichen in dieser Phase den Höhepunkt des Jahres. Das Wetter wird dementsprechend auch in der Umgangssprache als hochsommerlich bezeichnet. Die optimalen Wachstumsbedingungen für die meisten Pflanzen sind nun jedoch vorüber. Diese konzentrieren sich jetzt auf die Blüte und das Ausreifen der Früchte.

Zeigerpflanzen

Charakteristisch für den Hochsommer ist die Fruchtreife der unterschiedlichsten Wildbeeren. Dazu gehören Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Walderdbeere (Fragaria vesca), Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) und Rote Ribisel (Ribes rubrum).

In unseren Gärten zeigt sowohl die Reife der Marille (Prunus armeniaca) als auch jene der Süßkirsche (Prunus avium) den Hochsommer an.

In unseren Alleen und in Hecken finden wir ebenfalls noch eine typische Zeigerpflanze des Hochsommers. Es ist nun für die Winterlinde (Tilia cordata) an der Zeit, ihre Blüten zu öffnen. Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) hat uns bereits im Frühsommer mit ihren duftenden Blüten erfreut.

Walderdbeere (Fragaria vesca)
Walderdbeere (Fragaria vesca)

Weitere jahreszeittypische Entwicklungen

Während des Hochsommers finden wir eine unglaubliche Anzahl an blühenden Pflanzen. Eine davon, welche sehr oft mit dem Hochsommer assoziiert wird, ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Nun finden wir oft ganze Felder von diesem sonnengelben Heilkraut.

In himmelblauer Farbe erstrahlen die Blüten der Wegwarte, welche wir oft an Straßenrändern finden können. An feuchten Wiesen finden wir die zarten, cremefarbenen Blüten des Mädesüß (Filipendula ulmaria). Im Wald öffnet nun auch das Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum) seine gelben Blüten. Darüber hinaus erblüht in unseren Gärten nun der Lavendel (Lavandula angustifolia), welcher uns mit seinem einzigartigen Duft betört.

Andere Pflanzen blühen im Hochsommer auf eher unscheinbare Weise. Der Beifuß (Artemisia vulgaris) beginnt nun zu blühen, aber auch das Eisenkraut (Verbena officinalis) öffnet seine winzigen Blüten.

Abgesehen von den Früchten der Zeigerpflanzen können wir im Hochsommer auch unsere Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) und bereits die ersten Himbeeren (Rubus idaeus) ernten.

Auch auf den Feldern finden im Hochsommer natürlich viele Entwicklungen statt. Der Buchweizen (Fagopyrum esculentum) steht in voller Blüte. Auch die Kartoffeln (Solanum tuberosum) beginnen zu blühen. Bei den Maispflanzen (Zea mays) beginnt das Rispenschieben und die erste Blüte. Der Raps (Brassica napus) erreicht seine Vollreife und kann geerntet werden. Die unterschiedlichsten Getreidearten erreichen im Hochsommer ihre Reifephase. Dementsprechend ist der Hochsommer die typische Zeit für den Kornschnitt und das Einfahren der ersten Ernte.

Für Kräutersammler

Für Kräuterliebhaber bedeutet der Hochsommer vor allem eines: sammeln, sammeln, sammeln…

Wie wir anhand der Zeigerpflanzen und der jahreszeittypischen Entwicklungen erkennen, wird uns im Hochsommer nicht langweilig. Im Wald finden wir die unterschiedlichsten Wildbeeren und auch die Zahl der blühenden Heilkräuter ist nicht zu unterschätzen. Dementsprechend wäre es einfach, den ganzen Tag mit unterschiedlichen Sammel- und Verarbeitungsaktivitäten zu verbringen. Wer anschließend noch Energie hat, kann die lauen Sommerabende mit dem Binden von Räucherbündeln verbringen.

Welche Pflanzen sammelt ihr im Hochsommer? Wie verarbeitet ihr sie am liebsten?


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