Der Stinkende Storchschnabel ist eine unscheinbare Heilpflanze, die uns beinahe das ganze Jahr zur Verfügung steht. Sie ist sehr unauffällig, und bleibt hauptsächlich durch den Geruch der Blätter in Erinnerung. Viele Leute empfinden ihn unangenehm, was dem Stinkenden Storchschnabel auch zu seinem Namen verholfen hat.

Die Bezeichnung Storchschnabel stammt von der Form seiner Früchte. Sie haben Ähnlichkeit mit dem Kopf eines Storches. Eine andere häufige Bezeichnung für diese Pflanze ist Ruprechtskraut. Sie wurde nach dem Bischof Robert/Rupert von Salzburg benannt, der den medizinischen Gebrauch der Pflanze gelehrt haben soll.

Der botanische Name ist Geranium robertianum. “Geranium” leitet sich vom griechischen Wort für “Kranich” ab, und verweist ebenfalls auf die Form der Früchte. “Robertianum” bezieht sich wiederum auf den oben genannten Bischof.

Aussehen

Der Stinkende Storchschnabel ist eine ein- oder zweijährige, krautige Pflanze und gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse. Sie ist in Europa heimisch, und sehr genügsam, was den Standort anbelangt. Man findet den Storchschnabel in Schluchten, Auen, in Wäldern, an Wegesrändern, aber auch auf Mauern und Felsen. Er wird zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch.

Die Laubblätter haben eine handförmige bis dreieckige Form, und verbreiten beim Zerreiben einen sehr prägnanten Geruch, der von vielen Leuten als unangenehm empfunden wird. In schattigen Lagen sorgen Blattgelenke dafür, dass sich die Blattspreiten der Sonne zuwenden, und somit ein Maximum an Licht einfangen können. In der prallen Sonne sorgen Carotinoide und Anthocyane dafür, dass sich die Pflanze rötlich verfärbt und dadurch einen eigenen Sonnenschutz bildet.

Die Blüten sind eher unscheinbar, aber liefern reichlich Nektar für Bienen und Schmetterlinge. Die fünf Blütenblätter sind rosa gefärbt. Die Blütezeit startet im Erstfrühling und dauert bis in den Herbst. Die Vermehrung erfolgt zum einen durch Bienen, zum anderen durch Selbstbestäubung.

Die Früchte haben ein prägnantes Aussehen. Sie haben die Form eines Storchschnabels. Wenn die Früchte reif sind, springen sie auf und können die Samen bis 6 Meter weit schleudern.

Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum)
Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum)

Volksheilkunde

Der Stinkende Storchschnabel wurde bereits bei den Kelten und Germanen verwendet. Im Mittelalter galt er als eine bedeutende Heilpflanze, was ihm den Namen “Gottesgnadenkraut” eingebracht hat. Und das zurecht, denn diese Pflanze ist ein absoluter Allrounder.

Der Stinkende Storchschnabel wirkt stark reinigend auf den Körper. Er hilft uns, Schwermetalle und andere Giftstoffe aus dem Körper auszuleiten. Zudem wird der Lymphfluss und der Stoffwechsel angeregt.

Bereits seit dem Mittelalter ist seine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung bekannt. Man hört immer wieder Geschichten, dass genau diese Pflanze zu lang erwartetem, und oft bereits aufgegebenem, Babyglück geführt hat.

Darüber hinaus wirkt das Kraut bei Durchfall, chronischen Entzündungen des Magens und des Verdauungstraktes, bei Hauterkrankungen, Geschwüren, Entzündungen, Ekzemen und Gicht. Es wirkt ausgleichend auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Storchschnabel hat antioxidative, gefäßschützende, entzündungshemmende, zusammenziehende und blutstillende Eigenschaften. Sogar von einer antiallergischen und antikarzinogenen Wirkung wird berichtet.

Auch auf unser Gemüt wirkt der Stinkende Storchschnabel. Und zwar hilft er bei Melancholie, Traurigkeit und depressiven Verstimmungen. Auch zur Aufarbeitung von akuten und zurückliegenden Traumata und Schockzuständen unterstützt dieses Kraut. Eine Storchschnabel-Tinktur wird in ihrer Wirkungsweise oft mit den Bachblüten-Notfalltropfen verglichen.

Storchschnabel wird meist als Tee, Tinktur oder Kräuterwein eingenommen. Die Beigabe von ein wenig Honig wirkt dem bitteren Geschmack entgegen.

Kulinarik

Der Stinkende Storchschnabel kann für kulinarische Zwecke eingesetzt werden, auch wenn sich über seinen Geschmack die Geister scheiden. Er hat einen eigenwilligen Geschmack, der am ehesten mit Koriander verglichen werden kann. Durch die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe sollte das Kraut nur in kleinen Mengen verwendet werden.

Die Blüten und Knospen eigenen sich als Dekoration auf Salaten und pikanten Gerichten. In Notzeiten wurde die Wurzel als Wildgemüse genutzt.

Räuchern

Beim Räuchern wirkt die Pflanze stark reinigend und entgiftend, sowohl auf unsere Seele als auch auf unsere Umgebung. Dazu kommt die stimmungsaufhellende und harmonisierende Wirkung.

Die Storchschnabel Energie strebt Zentrierung und Vollkommenheit an. Sie hilft uns, unsere eigene Mitte zu finden. Männliche und weibliche Anteile verschmelzen zu einer Einheit.

Auch bei der Überwindung von seelischen Blockaden unterstützt der Storchschnabel, indem er die Seelenanteile harmonisiert und ordnet. Zudem hilft er uns, Situationen zu akzeptieren, welche wir nicht ändern können.

Kennt ihr den Stinkenden Storchschnabel bereits als Heilkraut? Oder kennt ihr bisher nur seinen Geruch?


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