Im Vollfrühling ist die Natur endlich wieder bunt. Die Wiesen und Baumkronen erstrahlen in frischem Grün. Viele Gehölze und Wildpflanzen stehen in voller Blüte. Auf den Feldern beginnt das Schossen der Ackerpflanzen.

Der Vollfrühling ist die dritte Jahreszeit des phänologischen Kalenders. Er dauert oft von Ende April bis Ende Mai. Jedoch handelt es sich auch hier nicht um fixe Termine, sondern Eintrittszeitpunkt und Dauer fallen von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich aus.

Endlich können wir uns vom wechselhaften Aprilwetter verabschieden. Das Wetter stabilisiert sich und kann kurzum als frühlingshaft beschrieben werden. Im Vollfrühling stehen uns aber noch die Eisheiligen bevor. Diese können mitunter eine kurzfristige Wetterverschlechterung bringen. Bei der Gartenarbeit kann man sich an den Eisheiligen für die Aussaat und Pflanzarbeiten orientieren, um mögliche Ernteverluste zu vermeiden. Unsere heimischen Wildpflanzen zeigen sich von solch einem Wettereinbruch jedoch ziemlich unbeeindruckt.

Zeigerpflanzen

Im Vollfrühling ist das Pflanzenwachstum in vollem Gange. Somit gibt es für diese Jahreszeit auch einige Zeigerpflanzen.

Im Wald beginnen Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) , Walderdbeeren (Fragaria vesca) und Himbeeren (Rubus idaeus) zu blühen.

In unserem Garten blühen verholzte Pflanzen wie Apfel (Malus domestica) und Birne (Pyrus communis). Auch die Fliederblüte (Syringa vulgaris) ist charakteristisch für diese Jahreszeit. Gegen Ende des Vollfrühlings beginnt die Blüte der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum).

In unseren Wäldern beginnt der Maitrieb der Fichte (Picea abies), welche gegen Ende des Vollfrühlings auch noch zu blühen beginnt.

Maitrieb der Gemeinen Fichte (Picea abies)
Maitrieb der Gemeinen Fichte (Picea abies)

Weitere jahreszeittypische Entwicklungen

Bei unseren Streifzügen durch die Wälder finden wir nun den blühenden Bärlauch (Allium ursinum) und Waldmeister (Galium odoratum). Auch die Maiglöckchen (Convallaria majalis) beginnen zu blühen.

Leider kommt es immer wieder zu gefährlichen Verwechslungen von Bärlauch und Maiglöckchen. Diese beiden Pflanzen können wir im Vollfrühling anhand der Blüten eindeutig unterscheiden. Somit ist es aber auch der beste Zeitpunkt, uns ihre Blätter genau ansehen. Wir können uns ihren Aufbau und Charakteristiken einprägen. Das hilft uns im Folgejahr, die Pflanzen schon vor der Blüte eindeutig zu identifizieren.

Die Vogelbeere (Sorbus aucuparia) ist nun ebenfalls in voller Blüte. Andere verholzte Pflanzen entwickeln und entfalten nun ihre Blätter. Dazu gehören beispielsweise die Stieleiche (Quercus robur), die Edelkastanie (Castanea sativa) oder die Robinie (Robinia pseudoacacia).

Im Vollfrühling beginnt auch die Hänge-Birke (Betula pendula) zu blühen, was für viele Allergiker infolgedessen eine leidvolle Zeit bedeuten kann.

Auf den Feldern blüht der Raps (Brassica napus). Mais (Zea mays), Gerste (Hordeum vulgare), Hafer (Avena sativa) und Weizen (Triticum spec.) schießen in die Höhe. Auf den Weinbergen beginnt nun der Austrieb und die Blattentfaltung der Weinreben (Vitis vinifera subsp. vinifera).

Für Kräutersammler

Kräutersammler haben nun viele Möglichkeiten ihre Sammelleidenschaften auszuleben. Im Vollfrühling kann man die Blüten des Bärlauchs sammeln und verarbeiten. Auch den duftenden Waldmeister finden wir nun in unseren Wäldern. Abgesehen davon, finden wir eine Menge unterschiedlicher Wildkräuter, welche wir frisch oder getrocknet verwenden können.

Kulinarisch bieten Fliederblüten als Sirup verarbeitet eine interessante Getränke Zugabe. Auch ein paar junge Fichtentriebe können in den Kräuterkorb wandern um sich in Oxymel oder Kräuterzucker zu verwandeln.

Ein weiteres kulinarische Highlight, welches wir nun ebenfalls finden können, sind die Sprossen des Hopfens (Humulus lupulus). Wir haben jetzt ein paar Monate Zeit diese zu ernten, aber im Vollfrühling sind sie noch besonders zart.

Was sind eure Lieblingspflanzen im Vollfrühling?


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