Willkommen im Vorfrühling. Endlich treffen wir auf die ersten Frühlingsboten in der Natur. Mancherorts ist es noch recht winterlich und wir können von Schneefall und starken Frösten überrascht werden. Trotzdem merken wir nun, wie die Natur langsam wieder erwacht und die Tage deutlich länger werden.

Der Vorfrühling dauert ungefähr von Mitte Februar bis Ende März. Jedoch handelt es sich hier natürlich nicht um fixe Termine, sondern der Eintrittszeitpunkt und die Dauer sind von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich. Eine phänologische Jahreszeit beginnt nicht an einem bestimmten Datum, sondern mit dem Auftreten bestimmter Pflanzen.

Da es in unserer Region in diesem Jahr einen sehr schneereichen und kalten Winter gab, werden wir wohl noch ein paar Wochen auf den Vorfrühling warten müssen. Falls es bei euch einen milden Winter gab, könnte der Vorfrühling vielleicht schon in vollem Gange sein.

Zeigerpflanzen

Typisch für diese Jahreszeit ist die erste Blüte der Hasel (Corylus avellana). Zwar können wir die Blütenzapfen bereits im Winter von den Ästen hängen sehen, aber die Windbestäubung beginnt erst mit dem Vorfrühling. Dies läutet auch eine mühsame Zeit für Allergiker ein, denn jetzt verbreiten die Frühblüher ihre Pollen.

Auch die erste Blüte der Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum) und des Schneeglöckchens (Galanthus nivalis) sind für den Vorfrühling typisch.

Als weiteres Bestimmungskriterium für diese Jahreszeit nehmen erfahrene Beobachter auch die Knospung des Berg-Ahorns (Acer pseudoplatanus) hinzu.

Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Weitere jahreszeittypische Entwicklungen

Einige Kräuter beginnen bereits auszutreiben und zu blühen und viele Gehölze bilden die ersten unauffälligen Knospen. Auch wenn die Landschaft an manchen Stellen noch schneebedeckt ist, kündigt der Vorfrühling das baldige Ergrünen der Wiesen an.

Die ersten bunten Farbkleckse lachen uns entgegen: Wir finden Krokusse (Crocus spec.), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Huflattich (Tussilago farfara) und Schlüsselblume (Primula veris). Auch die Blüten von Schneerose (Helleborus niger) und Pestwurz (Petasites spec.) beginnen sich zu öffnen.

Als Frühblüher unter den Gehölzen beginnen nun auch einige Weidenarten (Salix spec.) zu blühen. Im Gegensatz zu der Haselstaude werden Weiden nicht durch den Wind, sondern durch Insekten bestäubt. Dadurch sind Allergiker zumindest von diesen Pollen verschont. Allerdings blüht auch die Schwarzerle (Alnus glutinosa), welche wiederum ein Windbestäuber ist.

Für Kräutersammler

Nach dem langen Winter können es die meisten Kräuterliebhaber wahrscheinlich gar nicht erwarten endlich wieder in die Natur zu gehen um die Hausapotheke aufzufüllen. Zumindest ist dies bei mir jedes Jahr der Fall.

Auch wenn die Pflanzenauswahl im Vorfrühling doch noch etwas mager ausfällt, stehen die ersten Heilkräuter zur Verfügung, wie zum Beispiel Huflattich oder die Schlüsselblume. Auch für die Zubereitung von Gemmo-Mazeraten (Knospen-Zubereitungen) stehen schon viele Knospen bereit. Zudem können im Vorfrühling noch die Wurzeln von mehrjährigen Pflanzen ausgegraben werden, bevor diese neu austreiben.

Trotz der beschränkten Sammelmöglichkeiten steht im Vorfrühling das erste kulinarische Highlight an. Wir finden nun die Blätter des Scharbockskrautes (Ficaria verna). Diese Vitamin-C reiche Pflanze ist (vor der Blüte) ideal um die Lebensgeister zu wecken und die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben.

Wann hat bei euch in diesem Jahr der Vorfrühling begonnen? Mit welchen Aktivitäten verbringt ihr diese Jahreszeit?


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