In diesem Beitrag geht es ausnahmsweise nicht um meine kulinarischen Präferenzen, sondern um den Haushalt. Bereits seit zwei Jahren wasche ich meine Wäsche mit den Samen der heimischen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Nachdem Rosskastanien im Frühherbst und Vollherbst zahlreich zu finden sind, möchte ich dieses Rezept mit euch teilen.

Rosskastanien enthalten etwa 10% Saponine (Seifenstoffe), welche beim Kontakt mit Wasser aufschäumen und dadurch den Schmutz von der Wäsche lösen. Diese waschaktiven Stoffe sind gut hautverträglich und auch für empfindliche Textilien geeignet.

Zutaten

Als Zutat benötigt man so viele Rosskastanien, wie man findet… Naja, vielleicht nicht alle die man findet. Ich komme mit einem kleinen Säckchen Rosskastanien etwa ein Jahr aus (bei 1-2 Waschladungen pro Woche). Es ist besser, lieber ein paar mehr mitzunehmen, denn wir haben erst in einem Jahr wieder die Möglichkeit, diese selbst zu sammeln.

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Verarbeitung

Nach einem langen Spaziergang, bei dem einige Rosskastanien in das Kräuterkörbchen gewandert sind, macht man es sich daheim gemütlich und beginnt mit der Verarbeitung.

Dazu werden die braun glänzenden Kügelchen zuerst geviertelt und danach geschält. Wenn die Früchte noch frisch sind, ist das Schälen sehr unkompliziert, da sich die Schale sehr leicht löst. Manchmal liest man, dass das Schälen nicht notwendig ist. Ich empfehle es aber, vor allem wenn man auch weiße Wäsche damit waschen will. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich ein leichter Grauschimmer über die Wäsche legt.

Nach dem Schälen gibt man die Rosskastanien in eine Küchenmaschine und zerkleinert sie kurz, sodass sie eine Größe von etwa 3-5 Millimeter haben.

Die kleinen Stückchen verteilt man auf einem Backblech und schiebt es zum Trocknen bei 60 Grad in den Ofen. Am besten klemmt man einen Kochlöffel in die Ofentür, sodass die Feuchtigkeit gut entweichen kann. Je nach Menge ist das Rosskastanien-Granulat nach ein paar Stunden trocken und fertig zum Abfüllen.

Verwendung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Granulat der Rosskastanie zu benutzen. Zwei davon möchte ich euch vorstellen.

Bei der ersten Variante stellt man ein Flüssigwaschmittel her. Dabei gibt man etwa 2 Esslöffel des Granulats in ein Glas Wasser und lässt es ein paar Stunden ziehen. Ich lasse es meist über Nacht stehen. Sobald die Stückchen mit Wasser in Berührung kommen, lösen sich die waschaktiven Seifenstoffe der Rosskastanie. Das Wasser schaut sofort so aus, als ob Seife darin aufgelöst wurde. Nach der Ziehzeit benutze ich die vorbereitete Flüssigkeit wie ein herkömmliches Flüssigwaschmittel. Es wird durch ein Sieb direkt ins Waschmittelfach geseiht. Das abgesiebte Granulat kann anschließend nochmals für einen weiteren Waschgang verwendet werden. Manchmal liest man, dass bis zu vier Waschgänge möglich sind. Es ist aber zu beachten, dass die Waschkraft mit jedem Durchgang abnimmt.

Die zweite Variante ist besser geeignet für kurzfristige Waschaktionen oder wenn man sich am Vortag einfach keine Gedanken über das Wäsche waschen machen will. Dazu gibt man ca. 2 Esslöffel des Granulats in ein gut verschließbares Säckchen, und gibt es mit der Wäsche in die Trommel. Die Waschmaschine erledigt dann den Rest. Auch hier kann das Granulat für einen weiteren Waschgang verwendet werden. Wenn der zweite Waschgang nicht direkt nach dem ersten stattfindet, ist eine luftige Trocknung wichtig, da sonst Schimmelgefahr besteht.

Rosskastanien sind ein heimisches, leicht erhältliches, kostengünstiges und wirksames Waschmittel. Nach der Benutzung können die Reste in der Bio Tonne oder im Kompost entsorgt werden.

Bei besonders stark verschmutzter Wäsche ist die Zugabe von Waschsoda oder die Vorbehandlung mit Gallseife für die bessere Fleckenentfernung empfehlenswert. Wer duftende Wäsche haben möchte, kann ein paar Tropfen ätherisches Öl in etwas hochprozentigem Alkohol auflösen und der Wäsche zugeben. Das Rosskastanien Waschmittel selbst ist geruchsneutral.

Habt ihr bereits mit Rosskastanien gewaschen? Was sind eure Erfahrungen?


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